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Polizeistation und Zigarettenfolter

Eigentlich begann die letzte Woche ziemlich gut. Wir bekamen unsere zweite Lehrerin Dr. Afnan, die extrem motiviert und aktiv in die Klasse trat und mit der die Stunde wie im Fluge verging. Außerdem habe ich jetzt eine Tandempartnerin namens Noor (oder Nur, was  so viel wie Licht heißt )

Eine weitere ganz großartige Sache ist, dass Sebastian und ich endlich eine neue Wohnung gefunden haben. Die ist riesig und toll und groß und alles. Leider gibt es jetzt dann doch auch ein paar negative Sachen, aber wer hat schon die perfekte Wohnung? Ist sonst eh langweilig Mit der neuen Wohnung war es dann auch so weit, sich polizeilich zu melden…

Bei der besagten Polizeistation war ich schon ein Mal, war aber gerade angekommen, als alle Computer heruntergefahren waren. Welche Computer die meinten wusste ich auch nicht genau. Gesehen habe ich jedenfalls keine. Dafür habe ich um so mehr uniformiert und finster dreinblickende Menschen gesehen. Ich war mir unsicher, ob ich da einfach so wieder raus komme. Alle Fenster waren vergittert und es gab sogar ne Zelle, in der 2 Leute waren. Schon auch gruselig. Dann  bekam ich erst  Mal ein Formular zum ausfüllen. Hab ich dann auch alles schön ausgefüllt, habe dann auch meinen Pass kopiert und dachte das war es dann. Pustekuchen.  Nächster Schritt war es Fingerabdrücke zu geben. Aber nicht so elektronisch. Ne, ne. Altmodisch mit Papier und diesem schwarzen Zeug, was man dann auf die Hände geschmiert bekommt. Das Büro, in dem das gemacht wurde musste man aber auch erst Mal finden. Ich habe mich auch gefragt, wozu es so viele Büros gibt. Da wurde eh nicht gearbeitet. Auch egal. Ich hab dann jedenfalls meine Fingerabdrücke abgegeben und musste dann zur nächsten Station, um mir die nächsten Stempel abzuholen. Eh so eine Unart. Überall bekommt man Stempel. Man läuft von A nach B bekommt dann einen Stempel, den man bei A zeigt, um bei A einen Stempel für C zu bekommen. Sogar im Kaufhaus läuft das so. Mit Druckerschwärze und als Stempelproduzent wird man hier also reich. Das nur als kleiner Exkurs… Jedenfalls  hat man sich den Pass bei der nächsten Station so rischtisch angeguckt. Das auf dem Bild kann ja auch jemand anders sein.  Bis dann der ältere Chef kam. Der war super nett und meinte nur, jaja, hier ist das Visum. Viel Spaß noch. Uff, das war geschafft… und keine Sorge Zigaretten kommen noch xD

Am Wochenende ging es dann ab nach Wadi Ram oder Wadi Qamr (Wadi heißt im übrigen Tal und Qamr Mond). Ein wunderschönes Wüstental. Hier habe ich eine  verrückte Jeep tour mitgemacht. Das war auch ziemlich abenteuerlich. Mit Dünen und viel Sand (klaro, is inner Wüste) und hohem Tempo. Wir haben auch Drehorte von Lawrence von Arabien gesehen und der Sonnenuntergang war ein Träumchen sag ich euch. Hinfahren!

  Zurück im Wüstencamp gab es eine Beduinenparty mit Tanz und Essen. Wir hatten dann aber alle irgendwie keinen Bock,  waren voller Sand, müde und wollten ins 5-Sterne Hotel nach Akkaba. Auch das war ein Träumchen… Die Zimmer hatten echte Betten, echten Wasserdruck, waren sauber und luden einfach zu einer Mütze Schlaf ein. Das Frühstück am nächsten Morgen war der Hammer. Es gab alles was das Herz begehrt und noch mehr! Das  will ich wieder. Naja, dann ging es ans Rote Meer. Kaum aus dem Bus, ging es dann auch ins Wasser. Ich war keine Minute drin dachte ich mir. Hmm, zieh dir lieber Schuhe an, wer weiß, was alles am Boden liegt. Zu spät gedacht Zack in den nächsten Seeigel getreten. Das macht keinen Spaß. Raus aus dem Wasser und Hilfe gesucht. Dann kam der Busfahrer und jemand vom Hotel. Die und weiter meinten. Es gibt nur eins, was wir jetzt total schnell machen müssen. Die Wunden schließen, oder so. Ich kann kein Arabisch, wenn es um Fuß, Seeigel und auaweh geht. Naja die holten dann Zigaretten raus und wollten mir die an die Wunde halten, also die brennenden ist klar. Na gut, wenn das alle sagen, sogar Leute, die aus der Unigruppe waren, mach ich das eben. Fehler! Danach hatte ich also sowohl Seeigel im Fuß als auch Brandblasen. Scheiße. Naja, der Tag war für mich dann auch gegessen… War ja auch schon um 12 und 16:30 wollten wir zurück fahren. Am nächsten Tag (Sonntag) bin ich dann ins Krankenhaus. Ich habe gefühlt 100 Leuten im KH erzählt was mir fehlt. Darunter  mindestens 80 Ärzten. Nach 2 ½ Stunden wurde mir dann auch geholfen. Der Arzt meinte auch, dass er das mit der Zigarette kenne, aber das der größte Unsinn sei. Wozu gibt’s denn Ärzte? Jooo… Alle Stachel wurden mit Nadel und Pinzette raus gepuhlt. Auch das macht keinen Spaß! Naja als dann alles raus war, ging der Arzt und meinte er schickt gleich jemanden zum verbinden und auch für Medikamente. Nach 30 Minuten war dann auch jemand da, der mich verband. Medikamente gab es keine. Zahlen musste ich auch nix und auch sonst wurde ich nix weiter befragt. Mittlerweile geht es mir auch wieder gut. Ich sterbe als vermutlich nicht an den Folgen von Seeigelstacheln. Ihr seht mich also wieder und werdet auch in Zukunft von mir lesen

12.10.11 17:21


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Die erste Uniwoche und der Sandsturm

Es ist geschafft. Die erste richtige Uniwoche ist um. Wir wurden geteilt und sind rein theoretisch 26 Leute im Kurs. Praktisch sind wir um 9 eher  14 und wenn wir dann später etwa 20. Das ist eigentlich eine ganz angenehme Anzahl  an Leuten. Wir haben bereits die ersten beiden Lektionen abgeschlossen. Ich bin in Gruppe A. Gruppe B hat Lektion 2 noch nicht angefangen … Na die sind ja auch nur Gruppe B. Es ist aber  echt verdammt anstrengend. Man hat 100 Minuten Unterricht und 20 Minuten Pause. Der Lehrer spricht nur Arabisch, was echt klasse ist. Aber eben auch anstrengend. Ab Sonntag (es ist echt scheiße, wenn der Sonntag der Montag und Donnerstag zum Freitag wird. Verwirrend!) haben wir dann 2 Lehrer, also nicht immer, ist klar. Vielleicht macht der eine Grammatik und der andere Konversation. Aber das werde ich euch noch berichten.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gab es einen Sandsturm Dr. Chalifa (mein Lehrer) meinte, dass der Sand aus Dubai käme. Ich bin mir unsicher, ob der von so weit weg kam. Um Amman gibt es genug Sand. Ist ja nicht umsonst ne Wüste. Jedenfalls war ich ein bissl geschockt, als ich aufstand und ich nicht bis ans Ende der Straße schauen konnte und die Luft NOCH schlechter war als vorher. Berlin ist ein Luft-Spa dagegen… Sogar die Sonne war verdunkelt und sah ein wenig wie der Mond aus. Foto wird hochgeladen, wenn man denn etwas erkennt. Ich werde die Sonne für euch markieren. Naja, der Sand legte sich dann mit der Zeit. Auch in unserer Wohnung. Eigentlich überall. Obwohl ich doch eben erst sauber gemacht habe!

Nach der Uni gibt es meist Schawarma.  Mit Pommes. Ich habe noch nie so viel Fastfood gegessen wie hier. Aber was will man machen, wenn man nur eine Flamme hat. Immerhin gab es jetzt auch mal Nudeln mit Tomaten-Thunfisch Sauce. Und Bouletten haben Sebastian und ich auch gemacht. Geht alles. Eine neue Wohnung suchen wir trotzdem. Auch nachdem ich das Bad ein zweites Mal so rischtisch sauber gemacht habe, ist es trotzdem nicht so toll. Egal. Wir schaffen das.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des Kunst-Straßen-Festivals. Ein riesiges Gelände mit unzähligen Ausstellern wurde geboten. Also ungefähr 20 kleine Stände. Es gab aber Livemusik. Arabischer Rock. Lustig war das auf jeden Fall. Hätte ich 3 JD zahlen müssen, wäre ich aber sehr sauer gewesen. Wir hatten einen Gruppenrabatt.

Im November gibt es hier eine Woche frei. Eine Kommilitonin (Martha) will eventuell nach Indien fliegen. Für 250 JD. Mit Rundreise. Mal gucken, ob ich mitfahre.  Nächstes Wochenende geht es auf jeden Fall nach Wadi Ram und nach Akkaba in ein 5-Sterne Hotel. Das wird total cool.

1.10.11 13:56


Orientierungstage und der Suq

Die letzten drei Tage waren an der Uni die so genannten Orientierungstage. Es ist wie schon beschrieben ja auch nicht ganz einfach. Allerdings ist es doch sehr absurd, wenn nach einer allgemeinen Einführung eine Gruppe von etwa 80 oder auch mehr (ich konnte noch nie schätzen) Studenten mit einem Dozenten auf den Weg über den Campus machen. Niemand hat verstanden, was der gute Herr vorne eigentlich von uns will. Wir haben uns also gegenseitig erklärt, wieso wir nun ausgerechnet vor diesem oder jenem Gebäude stehen. Nur ein Mal habe ich verstanden was er sagte. Wir standen vor der Bibliothek. „ In the library there are a lot of books. You can also read them“. Wow. Viele Bücher. Schade, dass ich den Rest nicht verstanden habe. 

Ich bin übrigens in Level 3 gelandet, bin also besser als gedacht. Kommunikationskurs. Dr. Chalid Chalifa war eigentlich schon überall, außer in Deutschland. Namen sind auch eher nicht so seins. Aber bei den ganzen koreanischen Namen auch verständlich. Ich kann die auch nicht aussprechen. Leider waren wir in der der ersten Stunde 34 Leute. Das ist für Kommunikation doch ein bissl viel. Nachdem sich jeder vorgestellt hatte waren die 100 Minuten auch fast um. Dann noch schnell das Buch und Hausaufgaben. 2 ½ Seiten lesen und dann ja auch verstehen. Zumindest hatte ich das so verstanden. Also ran ans übersetzen. Wir mussten fast jedes dritte Wort, manchmal ganze Sätze nachschlagen, waren aber super motiviert. Nach über 4 Stunden (mit Pausen) waren wir dann auch fertig. Am nächsten Tag waren wir dann alles in allem 48 Studenten. Wir waren zum Glück im Lab, also dem Hörübungs-Raum mit 50 Plätzen. Wir warteten auch ewig bis wir anfangen konnten. Es gab nicht genug Kassetten für jeden. Es mussten noch weitere geholt werden. Tolle Organisation. Sie wollen die Gruppe splitten. Hoffentlich in 3 Teile. Wir haben dann auch die erste halbe Seite zusammen bearbeitet im Unterricht. Hausaufgabe ist die nächste Seite. Freies Wochenende… Yippie. Das habe ich dann auch gleich benutzt am Donnerstagabend und bin mit mehreren Leuten in eine Bar/Club gegangen. Kaum so schlecht gemixte Musik gehört. Immerhin kam dann Haddayway mit: What is love. xD Trotzdem cool.

Auf dem Suq bin ich mit Sebastian, um ein paar Sachen für die Wohnung zu holen, also auch Eimer, Messer, Geschirrspültuch, Gläser etc. . Aber auch Obst. Ich war ganz gut im Handeln bei den Haushaltsdingen. In einem Laden sollten wir alles bekommen für schon gehandelte 6,5 JD (das sind etwa 7 Euro) und ich wollte dann alles zusammen für 6 nehmen. Das ging dann auch. Da war ich stolz auf mich. Dass ich aber auch mit 1,5 Kilo Minibananen, dafür aber für nur 1 JD nach Hause ging war dann eher ein Unfall. Ich esse jetzt vorläufig keine mehr und achte besser auf das, was ich da kauf, oder bin mutiger zu sagen, dass 1 ½ Kilo doch zu viel ist.  Dafür konnte ich meinen Kommilitonen Bananen schenken und über den Magen macht man ja bekanntlich die besten Freunde.

23.9.11 13:30


Einstufungstest und das erste Trauma

Wir versprochen hier ein ausführlicherer Bericht über den Placement, oder auch Einstufungstest. Alles fing ganz harmlos an mit dem Gang zur Uni und der Überlegung, welche Schrecklichkeiten uns erwarten könnten. Die Mantra artige Beruhigungsformel lautete: Schlechter als Level 1 geht ja eh nicht. Wäre trotzdem stark deprimierend… 10 Minuten vor 9 standen wir dann im Sprachenzentrum und warteten gespannt auf den Beginn des Tests. Dann 2 Minuten nach 9 (wer hätte gedacht, dass es pünktlich los geht?) saßen wir in einem Raum und bekamen einen 12 Seitigen Test. 12 Seiten. 12 Seiten voll mit Arabisch. Gut das geht irgendwie. Phase 1 Hörübung. Gut vorerst alle Fragen lesen und dann geht das schon. Tatsächlich ging das dann auch. Mal abgesehen von 3 oder 4 Fragen die ich ml locker flockig geraten habe, lief dass echt gut… Dann von diesem Raum (es gab Kopfhörer  für die Übung) in einen anderen, um den Grammatik und Leseverständnisteil zu meistern. Hier war dann der Moment an dem ich dachte… Wozu? Was soll das? Was heißt das? Warum habe ich die Konjugation von Verben, die Stämme und diesen ganzen anderen Mist gelernt, wenn das hier eh keine Sau interessiert? Naja Grammatik war auch zum ankreuzen. Man hat also eine 33% Chance richtig zu liegen. Beruhigend. Immerhin weiß man einiges ja auch. Also dachte ich mir so. Dann Texte. Text 1 war easy pisi. Achmad ist im Bad und nicht in der Schule. Alles verstanden. Schade nur 4 Punkt von 25. Gut. Auf zu Text 2. Text 2 war dann eher so… Satz lesen... 4 Worte kennen. Scheiße. Egal. Neue Taktik. Fragen und Antworten lesen und im Text danach suchen. Klappt auch mehr oder minder ganz gut. Nur noch ein Ziel vor Augen. Nicht bei Level 1 anfangen. Das wäre nicht cool. Nächste Aufgabe einen Brief schreiben an den Lehrer in Deutschland. Warum lerne ich Arabisch und warum in Jordanien und überhaupt arabisch und Sprache? Jedenfalls glaube ich, dass das die Aufgabenstellung war Im gleichen Teil sollten wir noch ein Bild beschreiben. Ok. 2 Menschen laufen einem Ball nach. Ich konnte die Jahreszahl erkennen, von wann das Bild war. Ob 2 ½ Sätze reichen? Ich dachte mir wieder… Scheiße! Hauptsache nicht Level1! Dann die Ansage: Zur mündlichen Prüfung ab 11 Uhr. Wie, mündliche Prüfung? Ich muss sprechen? Na gut ab in Level 1  ~.~ . Aber so leicht gibt man nicht auf. Nachdem also der schriftliche Teil beendet war, trafen sich alle draußen. Ich traf auch auf Martha und Magnus und lernte viele Amerikaner, eine Spanierin und eine Britin kennen. Wir hatten alle ein gemeinsames Ziel bitte nicht in Level 1! Das hielt uns zusammen. Das vereinte uns. Irgendwann war ich dann dran, nachdem wir etwa 1 ½ Stunden vor dem Raum warteten. Schlange gab es nicht wirklich. Wer dreist genug war, war eben zuerst drin. Dann war ich dran. Ich war ganz entspannt und plapperte einfach drauf los, als er fragte, warum ich denn Arabisch lerne und warum denn hier in Jordanien, sagte ich meiner Meinung nach sogar nicht nur Mist. Ich erzählte sogar, dass ich es gut finde, dass das Rote Meer ja auch in der Nähe sei und es im Winter in Deutschland kalt ist und hier in Jordanien die Sonne scheint. Im Übrigen mag ich deutsches Brot sehr gern, denn ein anderes Lebensmittel ist mir einfach nicht eingefallen ^^.

Martha schlug vor sich am Abend einfach bei Books@Cafe zu treffen. Na gut. War ich ja seit gestern auch nicht mehr… Also nach einer Phase des Ruhens ab nach Downtown und mit den Leuten gequatscht und einen tollen Abend gehabt.  Dann ab nach Hause. Hier lauerte dann das erste große Unglück. Sebastian entdeckte es zuerst. Eine riesige Kakerlake. Ich bin ja sonst nicht so. Aber Kakerlaken sind einfach widerlich und bäh. Das ging einfach nicht. Jetzt ist sie tot und ihre Eier auch vernichtet. Ich hoffe mehr kommen nicht. Sonst muss ich doch früher zurück. In diesem Sinne bis die Tage, denn ich schreib wieder keine Frage. (Hier eine kurze Umfrage. Soll ich diesen letzten Satz behalten, oder eher nicht? Ich bin mir nämlich unsicher. Euer sehr basisdemokratischer Dennis)

20.9.11 13:02


Tourifallen, Stammlokal und Wohnungsdebakel

Am Mittwochabend wollten wir noch einen Tee trinken gehen und machen uns auf die Suche nach einem Lokal. Auf gut Glück sind wir dann einfach die Treppe eines Restaurants hoch. Fehler. Im ersten Stockwerk wurden wir gleich begrüßt und fast gezwungen uns an einen Tisch zu setzen. Weder Sebastian noch ich wollten unhöflich erscheinen und blieben für Tee und Wasserpfeife. Die Rechnung war dann eine böse Überraschung, dafür dass das Lokal echt nicht sonderlich schön, oder gepflegt war mussten wir fast 15 Dinar zahlen. Das gehört wohl auch dazu.

Das letzte mal bevor es los geht ab zur Uni. Studentenausweis abholen und in der Umgebung nach Wohnungen suchen. Sehr spannend. Die nette Dame  vom Sprachenzentrum hatte uns auf einen Zettel geschrieben, nach welchen arabischen Worten wir Ausschau halten müssen, wenn es um das Thema „Mieten“ geht. Mit voller Tatendrang also hinaus in die große Wohnungswelt. Denkste. Nachdem wir zwar einige Nummern aufgeschrieben hatten, aber noch keine Simkarten für die Telefone, nahmen wir uns fest vor, das am Nachmittag zu machen. Blöde Idee. Donnerstag ist hier ja quasi Freitag. Man kann da anrufen, aber ran geht da dann keiner. Egal. Dann eben am Samstag. Oder so. Im Hostel sah ich bei Facebook, dass eine Norwegerin Lust hat sich am Abend zu treffen und fand das eine super Idee. Sebastian und ich gingen also los und trafen und mit Marthe und Magnus aus Norwegen. Facebook macht’s möglich. Also Facebookgruppen und natürlich auch unser Mut. Norweger sind übrigens echt ein bissl Versoffen. Das scheint kein Klischee zu sein. Aber nett

Wir waren im gleichen Café wie ich auch mit Neta war. Es ist echt cool. Unten ist auch ein Buchladen, in dem ich mir gleich ein Arabisch-Englisch Floskeln Buch kaufte. Das hatte sich also gelohnt.

Am Freitag machte Sebastian einen Ausflug ans Tote Meer und Umgebung. Ich war im Hostel und es war Freitag also am Samstag, oder doch eher Sonntag. Denn es ist Freitagsgebet und das dauert lange und ist sozusagen der Hauptgottesdienst mit Predigt der Woche. Man kann also nix machen. Außer lesen. Das habe ich gemacht. Montag ist ja auch der Einstufungstest. Da kann man auch mal lernen. Gibt ja sonst nix. Die Predigt hab ich eh nicht verstanden. Hat sich aber nett angehört.

Am Abend ging es wieder ins… na… na? Richtig! Books@Cafe. So heißt der Laden. Zumindest nachdem wir von der Terrasse eines anderen Restaurants durch laute Musik vertreiben wurden. Ideal für Paare, die sich nichts zu sagen haben. Man kann nichts sagen. Man versteht sich eh nicht.

Der Plan war es zu laufen. Da habe ich die Rechnung ohne meine neuen Schuhe und Blasen gemacht. Irgendwie schmerzten meine Füße so sehr, dass ich die Schuhe wechseln musste. Sebastian meinte, du läufst, als wärst du auf einem Catwalk. Ich meinte.. ja weil das total gesund ist, außerdem tut es so am wenigsten weh. In Zusammenarbeit mit André hab ich jetzt nen Transennamen erfunden Femme Musical (also Betonung auf cal.. is klar). Mit neuen Schuhen und weniger schmerzen also ab ins Café.

Das Thema Wohnung wird irgendwie immer drängender, aber leider hat sich weder Dr. Omar aus dem Flugzeug gemeldet, noch haben die Nummern etwas getaugt. Zum Glück kennt Sebastian über das LSI (er macht da noch so einen Sprachkurs) jemanden der Apartments vermittelt, schließlich ist er ab Sonntag selber in einem. Er war am Samstag erst mit diesem, nennen wir es Makler verabredet. Als er zurück kam hatte er viele gute Nachrichten. Ich könne auch in eine dieser Wohnungen ziehen, also wenn sie mi gefallen und wir können noch heute hin. Toll. So löst sich das ja vielleicht doch ganz leicht. Wir also dahin. Ich fand das auch echt ganz akzeptabel. Wir sind dann auf einen Tee und trafen eine Lehrerin des LSI-Kurses und sie wollte gleich, dass wir uns zu ihr setzen. Sehr nett. Ab 19 Uhr war ein Treffen der Kursteilnehmer geplant. Ich wurde auch gleich eingeladen. Noch netter!  Ich aß also mit den Leuten Chicken Shawarma und trank selbst gemachte Limonade und bekam oben drein die Möglichkeit eine Vielzahl netter und interessanter Menschen kennenzulernen. Nach dem Essen wollten wir noch auf eine Wasserpfeife (ich sollte das nicht zu oft machen… ) Wir haben uns dann zu fünft!!!!in ein Taxi gequetscht. Das geht auch nur hier. Also ab ins… na … na? Wieder richtig! Books@Cafe. Es gibt auch andere Lokale. Die sind bestimmt auch nett. Aber man muss ja erst Mal den Fremden zeigen, welche tollen Orte man kennt. Wir saßen dann, das heißt Julius, Rolf, Gregor, Sebastian und ich. Wir haben uns ein Mal quer durch alle Lebenswichtigen Themen gearbeitet. Mehr solcher Abende.

Heute habe ich ausgeschlafen, ist ja auch Montag sozusagen. Da kann man das mal machen Den Makler angerufen und herausgefunden, dass das echt kein Problem sei und den Rest des Vor-und nachmittags mit lesen und liegen verbracht. Auch ganz schön. Jetzt ziehe ich aber um und gucke was der Abend noch bringt. Heute aber nicht so dolle machen. Morgen ist ja Einstufungstest.

Ich wohne jetzt mit Sebastian in einer Wohnung. Die sah sehr, sehr, sehr schlimm aus. Wir haben jetzt eine Stunden 8 m² geputzt. Ich hab mich ums Bad gekümmert. Mutti wäre stolz auf mich .  Jetzt geht’s. Das ist hier echt ne Sauerei. Und das sage ich… Gut jetzt wohn ich hier aber erst mal und freu mich. Auch über Koran-TV xD

Jetzt nachdem wir noch ein bissl Vokabeln und Tabellen gelernt haben, haben wir neben besagtem Koran-TV noch unseren doch sehr geschätzten Splatter-Kanal aus dem Hostel gefunden. Juhu das Gemetzel im Fernsehen kann auch hier weitergehen.

Einen genauen Bericht über den "Placement-Test" morgen.. das war schon toll.. freut euch drauf. In diesm Sinne bis die Tage, denn ich schreib wieder keine Frage.

19.9.11 13:22


Erste Hostelbegegnungen, das Irrenhaus und mein persönlicher Bankenskandal

Tag 2: Mehr oder minder ausgeschlafen mache ich mich mit dem Plan heute zur Uni zu fahren auf den Weg zum Frühstück. Unten sitzen schon einge Gäste. Eine ältere Dame aus England fängt an sich mit mir über ihre letzten Reisewochen zu unterhalten und ich bin echt beeindruckt, was man nicht alles in 2 Monaten sehen kann, von West- über Osteuropa in die Türkei und dann nach Kairo und weiter nach Jordanien. Dann schaltet sich eine Dame aus Kanada ein (Neta), die ihr wiederspricht, als die Engländerin davon anfängt, dass man mit einem israelischen Stempel nicht in die USA käme. Sieht ja alles gleich aus für die Amis… halt keine Englisch ergo böse, fremd und ganz bestimmt Islamist, Terrorist und Feind der freien Welt.

Mit Neta werde ich dann den gesamten Tag verbringen, ohne auch nur in die Nähe der Uni zu gelangen. Sie ist Israelin mit kanadischem Pass, die in Ramallah (Palästina) lebt, mit einem Palästinenser verheiratet und verabscheut Israels kolonialistisches Ausbeutungs- und Besatzungssystem.(ihre Worte) Da sie fließend Arabisch spricht, war es ein leichtes mit ihr in ein schönes Café zu fahren und sich dort mit ihr über Gott, die Welt, die Zukunft und unsere Aufgaben auf der Welt zu sprechen. Außerdem sind wir auch durch die Stadt gelaufen. Ich mit meinen neuen Schuhen.  Hier wieder eine neue Erkenntnis. Nicht mit neuen Schuhen durch halbe Städte laufen. Füße mögen das nicht. Also meine. Jetzt habe ich an meinen Blasen Füße. Das ist nicht schön und tut weh. Dennis hat sehr viel mitgenommen. Aber keine Pflaster.  Das war dumm. Aber keine Sorge ich habe keine Fotos davon … Der Rest des Tages war dann aber ganz entspannt und auch fast rum und ich dachte mir, ach das mit  der Uni machste morgen mit Sebastian. ^^

Gestern Morgen um acht war ich dann mit Sebastian zum Frühstück verabredet und war dann auch ganz froh, als dieser die Lobby betrat und wir uns zunächst über die letzen Tage und die Pläne für den Tag unterhielten. Nach dem Essen also ab zur Uni. Zunächst zu Fuß, dann aber gemerkt, dass die Uni verdammt weit weg ist und meine Füße noch immer Blasen haben und doch das Taxi genommen. Die Uni ist echt verdammt schön und eine kleine Stadt in der Stadt. Das heißt man findet sich auch hier nicht zurecht.

Zunächst sind wir zum Sprachenzentrum und haben uns sagen lassen, wo wir hin müssen und welche Unterlagen wir brauchen, aber vor allem, wo wir was bezahlen müssen. Also auf zur Bank of Cairo. Hat die Dame uns auch den Weg beschrieben. Gefunden haben wir die trotzdem erst mal nicht. Gibt ja auch keine Schilder. Oder einen Lageplan. Oder jemanden der wüsste, wo man das findet. Naja wir fanden die Bank und haben 20 USD gezahlt… ja USD… wieso auch immer. Die wissen schon was sie tun. Also vielleicht. Der nächste Schritt war, 750 Dinar zu zahlen, diese also zunächst abzuheben. Bei einem Limit von 250 Dinar pro Automat ein großes Problem. Ich hoffte, dass die dann am Einschreibungsschalter meine Visa Karte nehmen. Von da aus sollten wir ins Registration Center. Wir also ab zum Administration Center und gefragt. Gehen sie mal in die 4. Etage. Dort meinte man, dass wir in die 2. sollen. Ratet mal, was die Frau da meinte. Richtig: Da müssen sie in ein anderes Gebäude. Das ist direkt gegenüber im 2. Stock. Wir rüber ins Gebäude und in die 2. Etage. Hier gab es eine Bibliothek. Runter zu Information. Mein Arabisch ist leider nicht so gut um sagen zu können, dass ich mich registrieren will, also wurden wir in ein Büro geführt:“ Hier sind sie leider falsch. Sie müssen ein Mal über den Campus“. Ich kam mir vor wie bei Asterix und Obelix. Also ein Mal über den Campus und wirklich da war es, das Gebäude für die Registrierung. Drinnen gab es dann gefühlt ne Million Schalter zum einschreiben. Wir waren irgendwie immer am Falschen. Schließlich wurden wir in die 2. Etage gelotst (das machte mich stutzig, denn das hatte bisher auch nie gestimmt) Aber weit gefehlt endlich waren wir da. In der richtigen Schlange. Dann war es um eins. Der Schalter schloss. Wir öffnen wieder um 3…  Ich wollte gerne jemanden erschießen. Wir sind dann einfach essen gegangen  und das war wirklich günstig und gut. Halb 2 versuchten wir ein weiteres Mal Geld abzuheben für die besagten 750 Dinar die zu zahlen seien. Sebastian bekam bei der Islamic Bank dann auch bares. Ich nicht. Wir also zurück zum Registration Center und wir mussten nicht lange warten und Sebastian konnte zahlen. Ich nicht:“ Only cash Mister.“ Ja. Super. Dann komme ich morgen wieder. Wir also zurück zum Sprachenzentrum. Sebastian ist jetzt eingeschrieben. Ich so halb. Ich kann noch bis 19.09. den Rest zahlen. Immerhin. Muss ich nur noch ein Mal hin und weiß wie es geht. Zur Belohnung gab es Tee und eine Wasserpfeife. Sehr orientalisch

Heute dann erneut zur Uni und versucht Geld abzuheben bei 3 Banken. :“Leider ist eine Transaktion nicht möglich“ Danke. Liebe  Postbank, wozu habe ich die doofe Kreditkarte, wenn ich pro Tag 250 Dinar abheben kann. Also jeden zweiten, wenn ich Glück habe. Ich war also der festen Überzeugung, dass ich mich nie einschreiben werde, weil ich kein Geld bekomme. Zum Glück war/ist Sebastian dabei, der mir einen Teil auslegen konnte, weil seine Bank ihm Geld gibt. Jetzt bin ich also echt eingeschrieben. Das ist toll. Jetzt brauche ich nur noch eine Wohnung. Na wenn’s weiter nichts ist.

Nächstes mal dann wirklich weniger. Also dann bis die Tage, denn ich schreib wieder keine Frage.

14.9.11 18:15


Der Flug, der erste Tag und die vielen netten Menschen

Nach der  Verabschiedung fing alles ganz normal an. Check-In: „Gürtel müssen Sie ausziehen.  Ja der Laptop muss auch einzeln. Steht doch da.“-Stimmt hätte ich echt vorher wissen können . Dann nach der Durchleuchtung und 1 ½ Stunden warten ging es endlich rein ins Flugzeug.  „Salam aleikum and Welcome on board!“  Hier also tauche ich in eine neue Welt ein.

Mein Platz am Fenster (Hatte der nette Mann mir nicht versichert, dass ich einen Platz am Gang hätte?) war bequem und ich hatte viel Beinfreiheit und mein direkter Nachbarplatz blieb leer. Dafür hatte ein älterer Herr auf dem wohl ursprünglich mir zugeschriebenen Sitz platz genommen. Er fing sofort an desinteressiert und gelangweilt durch das Board-Programm zu zappen. (Jeder Sitz hatte einen eigenen Fernseher mit Fernbedienung) Während gefühlt alle 10 Minuten eine Stewardess „Everything is fine?“ fragte, kam nach Kopfhörern, Zeitungen,  Nüsschen  und Wasser dann auch noch ein Hauptgericht mit Hühnchen und Reis. Gar nicht übel für Flugzeugfraß…

Nach 3 ¾ Stunden Zeitungslektüre war es draußen schon dunkel (19:30 Uhr Ortszeit!!)  und wir steuerten den Zielflughafen an. Da  wurde der Mann neben mir plötzlich sehr aktiv und fragte zunächst: „Your first time in Jordan?“  Ich antwortete schlagfertig wie immer:“Yes“  Er:“ As tourist? How long you stay? “ Ich: “ Nooooo! I want to study here and I’ll stay the next 6 month.“  Er :“ Oh, I just came back from Germany I am a doctor at the technical university here. If you need help call me.”

Lange Rede kurzer Sinn. Der nette Herr macht mich erst seinem Sohn und seiner Tochter bekannt, die ihn am Flughafen abholten und brachte mich dann zu meinem Hotel. Er gab mir seine Nummer und E-Mailadresse und will, dass ich mich unbedingt melde, nicht nur dann, wenn ich Hilfe bräuchte. Irgendwie war mir das alles suspekt und ich dachte anfangs die wollen mich ausrauben oder so… wer ist denn so nett… Ich bin ein Berliner!

Nach einer recht schlaflosen Nacht entschied ich mich dann doch aufzustehen und zu frühstücken. Noch mehr nette Leute, die einem alle Wünsche von den Lippen ablesen wollen. Zum Glück deren Job dachte ich mir. Genügend gestärkt machte ich mich auf den Weg zur Zitadelle. Es ist warm hier. Sehr warm. Und ja, ich weiß selber dass ich noch vorgestern darüber gemeckert habe, dass mir kalt sei und ich den Regen gerade in Verbindung mit dem Wind nicht so gut finde.  Was lerne ich nichtsdestotrotz daraus? Ausflüge morgens bis 11, oder  wieder ab 15 Uhr.. frühestens. Ich floss also mehr durch die römischen, byzantinischen und frühislamischen  Ruinen (Ich habe bestimmt welche vergessen.) als dass ich lief. Egal. Der Blick war toll. Fotos gibt’s nicht. Geht halt selber hin.

Nachmittag: Ich bin über den Basar, nein den Suq gegangen (Basar ist nämlich persisch und Suq arabisch. Habt ihr wieder was gelernt! )  Es ist genau so, wie man es sich vorstellt. Laut, eng, bisschen schmuddelig, Tiere, Menschen, Farben und Gerüche. Danach ab ins Amphitheater. Wieder nette Einheimische: „How are you? You like it here? Good country! Bye!” –Yo, genau. Dann ruft der Muezzin zum Gebet ist ja auch kurz nach vier. Da kann man ruhig mal beten. Rufen tun die oft. Mindestens fünf Mal am Tag. Auch in der Nacht.  Das ist bei dünnen Wänden nicht so gut, also dann wenn man schlafen will.

Viel für zwei Tage. Das ist am Anfang wohl so. Da kommt dann erst viel und dann wird das auch Alltag. Nächstes Mal weniger. Bis die Tage… ich schreib wieder... keine Frage ^^

11.9.11 23:22





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